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Tosca - Souvenirs (G-Stone/Soulfood) Richard Dorfmeister und Rupert Huber haben ihr letztjähriges Album J.A.C. den Remix-Mühlen übergeben: Volles Korn rein, kein gehaltloses Weißmehl und heraus kommen die allerfeinsten Backwaren, vom Dancefloor-Semmel bis hin zum Schwarzbrot Chill Out-Trip. Die Bäckermeisterliste liest sich gut, sie rekrutiert sich aus dem Freundes- und Bekanntenkreis des G-Stone Labels. Glücklich ist, wer solche Produzenten kennt, denn das Ergebnis überzeugt, schließlich bleibt bei solchen Auftragsarbeiten immer ein gewisses Restrisiko. Burnt Friedmanns frickeliger Einstiegstrack macht ebenso viel Freude wie Lindstroms & Prins Thomas Disco-Trip oder Hendrik Schwarz reduzierte Harmonica-Version von Superrob. Eine ausgewogene Mischung für Club, Couch und Autoradio, die kaum Schwachen zeigt. Da haben die Herren Huber und Dorfmeister dann doch einen zu guten Musikproduzentengeschmack. Und wegen der besonderen Highlights (u.a. siehe Anspieltipps) gibt es auch die volle Punktzahl. Anspieltipps: Makossa & Megablast - Heidi, Madrid De Los Austrias - Damentag, Haaksman & Haaksman feat. Ras Donovan - Superrob
Urban Delights - Revolution No.1 (Unique Records/Groove Attack) Neues aus dem Hause Unique Records. Das Düsseldorfer Label schickt ein Bristol-Hamburger Doppel ins Rennen. Der Sänger/Gitarrist/Produzent Malte Hagemeister trifft auf den Breakbeat-besessenen DJ/MCProduzenten Harry K., gemeinsam sorgen sie für Furore in der englischen Szene. Ihre rabiate Mischung aus Breakbeats, Power-Gesang, Gitarren-Riffs und raffinierten Samples kommt dort richtig gut an. Die Single-Auskopplung Rock‚n‚Roll Star, die hier schon mit aller Macht ins Uniradio dräng, lässt erahnen, was uns erwartet. Und so ist es auch. Catchy Tracks, die ins Bein gehen und eine ordentliche Portion Funk haben. Ein korrektes Club oder Autobahn-Album. 
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Markus Güntner - Lovely Society (Ware/Kompakt/Alive) Markus Güntners zweites Album Lovely Society präsentiert minimale Techo-House Sounds in Vollendung. Dabei lotet er sehr sorgsam aus und variiert den Sound und die Samples ohne aber auch nur einen Hauch von seiner minimalen Marschroute abzukommen. Ob Ambient-House (All The Time), Dancefloor-Brett (Swap) oder psychedelischer Disco-Sound (Back In The Days), hier findet man ein Gesamtkunstwerk, welches aber auch Track für Track feinstes DJ-Futter ist. Der Regensburger hat hier eine reife Leistung hingelegt. 
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Nightmares On Wax - In A Space Outta Sound (Warp Records/Rough Trade) The Return of Mr. Easy-Downtempo. Georg Evelyn hat mit seinem Projekt Nightmares On Wax und der Platte Smokers Delight Mitte der 90er meinen Plattenschrank erschüttert. Das war echt unglaublich, so unglaublich relaxte Downbeats, HipHop-durchzogen, warm-umspülend und mit fast schon halluzigenen Auswirkungen. Die nachfolgenden Alben beschritten diesen Weg sehr subtil weiter, ein Großteil der Zuhörerschaft hatte da wohl andere Erwartungen. In A Space Outta Sound ist eine weitere Station auf dieser Reise, wieder schafft es Evelyn mit seinem ausgeworfenen Lasso mich an den Ohren heranzuziehen. Er packt hier ordentlich aus, reflektiert mit seiner Stilvielfältigkeit das urbane Leben einer englischen Großstadt und kombiniert das mit Reminiszenzen an seine Vorbilder wie z.B. Curtis Mayfield, James Brown oder King Tubby. Damn klingt wie eine persische Verführung, Flip Da Lip ist großartiges sanftes Reggae-Gut, fast schon Jackie Mitoo-artiger Ska und You Wish geht mit der Hammond-Orgel auf die Reise. Ein Highlight im März, bei der man hinhören muß, um dann aber auch die Bodenhaftung zu verlieren. Danke.
Maximilian Lopp - Rejection (Blackfish Productions) Maximilian Lopp hat nun sein ursprüngliches Downbeat-Projekt Blackfish in einer Produktionsplattform umgewandelt, die ausschließlich Online (http://www.black-fish.de) veröffentlichen wird. Rejection ist die erste EP, welche fünf Tracks vereint. Fünf atmosphärische Downbeat-Tracks, mit sphärischen Ausflügen, jazzigen Elementen, hypnotischen Loops und warmen Flächen. Ein gelungener Einstieg. 
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Makossa & Megablast - Like A Rocket (G-Stone Recordings) Marcus Wagner-Lapierre und Sascha Weisz aka Makossa und Megablast sind das aktuelle Wiener Produzenten-Traumpaar. Neben dem Uptempo-Remix (Chapeau!) von Heidi Brühl auf dem Tosca-Album Souvenirs, präsentieren sie hier eine 12", die ihren baldigen Longplayer ankündigt. Like A Rocket ist ein dreckiger Dubkiller-Groove mit rollendem Basss und hin-und-her zerrenden Effekten, der stetig auf seinen Höhepunkt zusteuert, dem Einsatz von MC Capital A. Perfekt. Kunuaka startet als gefälliger Afro-Tech Track, bevor dann unweigerlich der Bass einsetzt und nach Tanzfläche schreit, garniert mit der Nigerianischen Sängerin Subrinah. Astrein.
Art Bleek - Wanderers Creek (Loungin‚ Records/Goya) Der Pariser Art Bleek hat es über die Ich-schicke-Demos-zu-Labels Art und Weise geschafft bei Loungin‚ Records zu landen. Die waren so begeistert, so dass das Signing schnell über die Bühne ging. Wanderers Creek ist ein Track vom Debut-Album, eine laid-back Downbeat Nummer mit dezenter Temporeduzierung und akzentuierten Bläser- und Streichereinsätzen. West Londons Domu verwandelt den Track in einen sanft aufbauenden Dancefloor Broken Beats Mix. Routiniert, aber dennoch groovy. Der Madd Slinky Remix geht mit seinen gebrochenen Beats direkt auf Geschwindigkeit, taucht dabei sphärisch ab und treibt an mit Conga-Einsatz. 
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Skye - Mind How You Go (Atlantic/Warner) Scheiden tut weh. Das musste auch Skye Edwards erfahren, als ihr die Brüder Paul und Ross Godfrey mitteilten, dass Morcheeba anders und ohne sie weitergehen sollte. Nur kurz fiel sie in ein Loch und begann dann frohen Mutes an ihrer Solo-Karriere zu basteln. Ihr Gatte der Bassist Steve Gordon ist dabei eine große Stütze, der Album-Titel Calling ist ein Ergebnis davon. Darüber hinaus setzte sie sich mit den Produzenten Pat Leonard (Roger Waters, Madonna) und Daniel Lanois (U2, Bob Dylan) zusammen, die ihre Energie, ihre Stimme und ihre Songs den Feinschliff gaben. Mind How You Go bewegt sich musikalisch auf eigenen, sehr feinen Pop-Stützen. Den Morcheeba Sound findet man hier nicht mehr, dennoch wird sich der ein oder Fan das Album besorgen müssen, die Stimme ist eben großartig. Ein Weg der sich für Skye gelohnt hat. Nach anfänglichen Irritationen geht sie in ihrer Soloarbeit mit der alleinigen Verantwortung (Bei Morcheeba sang sie keine eigenen Songs) sehr gut um und wird bestimmt ihren Weg machen.
V.A. - This Is How We Lounge (The Sunshine Enterprises Remix Collection) Das Wiener Sunshine Label präsentiert seine zweite Compilation mit Labeleigenen Künstlern in neuen Remix-Versionen. Die Grundstimmung der CD ist sehr leger, nicht umsonst lautet der Titel This Is How We Lounge. In Wien geht man eben entspannter zur Sache, bleibt aber zielstrebig bei der Sache. So zeigen sich die Labelbetreiber sehr umtriebig, haben sie doch inzwischen noch ein Restaurant, zwei Clubs, eine Bar, sowie ein Festival unter dem Namen Sunshine vereint. Das nennt man perfekte Künstlerbetreuung. Und die danken es mit feinster Musik. Die hier angetretenen Remixer liefern gute Arbeit ab, sei es Restless Soul (Phil Asher) mit seiner soulige House-Version von Champion Souls Holdin' On, Dorfmeisters und Madrid De Los Austrias eigene Überarbeitung von Valldemossa oder Fallin' von Robb Scott in einer trippigen Version von Blackbeard. Entspannung pur auf hohem Niveau. Anspieltipps: Dorfmeister & Madrid De Los Austrias - Valldemossa (Parov Stelar & Raul Irie Mix), Dorfmeister & Madrid De Los Austrias - Valldemossa (Re-Edit), Champion Soul - Holdin' On (Restless Soul Mix) 
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Enik - The Seasons In Between (Wonder/Labels/Virgin/EMI) Der 25jährige Münchner Enik präsentiert hier mit The Space In Betweeen sein Debut-Album. Seine prägnante Stimme trat jedoch schon vor zwei Jahren in Erscheinung, als er das Rosenheimer Duo Funkstörung mit seinen Vocals versorgte. Fast zeitgleich erschien auf Wonder Records die 6-Track EP Without A Bark. Das waren zwei Ausrufezeichen, danach wurde es aber ruhiger um ihn. Und nun meldet er sich eindrucksvoll zurück. The Space In Betweeen ist ein kraftvoller Vocal-Trip, wo jegliche Facette seiner Stimmbänder ausgelotet wird. Das klingt sehr markant, hat man doch oft genug das Gefühl die Whisky-Stimme eines in die Jahre gekommenen Rocksängers zu hören. Mit Rebro und Friendly Drifter präsentiert er uns sperriges Rockgut, Why Do You Love Me ist Dark-Elektro angehaucht, das Titelstück ist eine astreine Pop-Ballade, wo es einem kalt den Rücken runter läuft. Allerdings ist das vielleicht auch die einzige kleine Schwäche des Albums. Das umherdriften zwischen den Musik-Stilen (zu frickelig oder pompös) lenkt ein wenig von seinem Potential ab, die stärksten Momente besitzen die ruhigen Tracks. Von dieser Stimme wird man mehr hören, da bin ich mir sicher. Ich wünsche ihm ein größeres Publikum, dafür muss Enik wohl andere musikalische Wege gehen, wenn er es so will.
Tosca - Souvenirs EP (G-Stone Recordings) Begleitend zum Remix-Longplayer Release Souvenirs (s.o.) kommt diese 12" mit drei Remixen vom letztjährigen Tosca-Album J.A.C. DJ DSL nimmt sich Rondo Acapricio vor, welches er mit HipHop-Beat und mächtig Wiener DSL-Flavor unterlegt. Sehr lässig. Stereotyp bearbeiten Pyjama und verwandeln die jazzig dahertrabende Nummer in ein dickes DubRockTech-Monster. Hohe BPMs, Electronic Handclaps und eine blecherne Drum geben die Richtung vor: Tanzfläche. Die Norweger Hans-Peter Lindstrom und Prins Thomas hingegen schleichen sich mit Zueri auf leisen Sohlen in die Disco, zünden dort zwar keinen Primetime-Feger, haben aber dennoch den Groove getroffen.
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